Alzeyer Töpfermarkt bietet hochwertige Keramik

In der Szene hat der Markt in Stadtweingut und Burggrafiat schon längst einen hervorragenden Ruf. Namhafte Keramiker sind auch bei der 32. Auflage dabei.

Von Thomas Ehlke 6. November 2018

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ALZEY – Der Leguan liegt lauernd auf einem morschen Ast, die Augen starr einen Punkt im Raum fixierend. Es scheint, als schnelle jeden Moment seine klebrige Zunge hervor, um ein Insekt zu fangen. Doch das wird nicht geschehen. Denn der Leguan ist aus Ton gebrannt, leblos also, und wirkt doch so lebendig. Das gilt auch für die anderen exotischen Geschöpfe, die die beiden Keramiker Georg Mathes und Werner Klas geschaffen haben und die beim 32. Alzeyer Töpfermarkt am Wochenende in der Sonderausstellung „ceraReptilia“ zu sehen sind.
Skulpturen setzen Kontrapunkt im Angebot
„Man muss mit Farben arbeiten, die bei den hohen Temperaturen des Brennvorgangs am Ende auch die gewünschte Farbgebung erhalten“, sagt Frank Jung zur Authentizität der Werke. Der Sprecher des „Freundeskreises Töpfermarkt Alzey“ hält die organisatorischen Fäden in Händen. Dass die Wahl bei der Bestückung der Sonderausstellung auf Mathes und Klas gefallen ist, verwundert nicht, haben sich beide in der Szene schon seit mehr als zehn Jahren mit ihren naturalistischen Tierdarstellungen einen Namen gemacht. „Das ist eine hohe Kunst“, unterstreicht der Münchwalder die besondere Qualität der irdenen Reptilien. Die Skulpturen setzen einen Kontrapunkt zum übrigen Angebot des Töpfermarktes.
Der bietet auch in seiner 32. Auflage wieder hochwertige, handgefertigte Gebrauchskeramik vom Eierbecher bis zur großen Obstschale. Die Produkte stammen aus Werkstätten aus dem gesamten Bundesgebiet; viele der Aussteller sind preisgekrönt. Und die hohe Qualität der Produkte ist es auch, die den Markt zu den führenden Ereignissen des Genres in der Republik gemacht hat. Andernorts gibt es zwar mehr Aussteller, aber bei der qualitativen Dichte ist der Alzeyer Markt ganz weit vorne.
DATEN & FAKTEN

Der 32. Alzeyer Töpfermarkt findet von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. November, in Stadtweingut und Burggrafiat statt. Geöffnet ist er am Freitag von 14 bis 18 Uhr, am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. 32 Meisterwerkstätten bieten Gebrauchsgeschirr, handwerkliche Kleinserien und Unikate zum Verkauf an. Dem Markt angegliedert ist die Sonderausstellung „ceraReptilia“.

 

Das belegt auch die Tatsache, dass beim Freundeskreis alljährlich neue Bewerbungen von namhaften Keramikern eingehen, die jedoch nur bedingt berücksichtigt werden können. „Wir können aber nicht mehr als die 32 Standplätze vergeben, die wir gegenwärtig haben“, verweist Jung auf Kapazitätsgrenzen in den Höfen von Stadtgut und Burggrafiat.
Voll des Lobes ist Frank Jung mit Blick auf das Publikum. „Die Leute sind sehr fachkundig und wissen die gebotene Qualität zu schätzen“, stellt der Sprecher des Freundeskreises fest. Meckereien über zu hohe Preise gebe es deshalb nicht. Jung wertet die Tatsache, dass Besucher aus dem Raum Mainz/Wiesbaden/Frankfurt, aber auch aus Mannheim, Kaiserslautern und sogar Karlsruhe nach Alzey kommen als Zeugnis dafür, dass den Kunden der Töpfermarkt eine längere Anreise wert ist.
Für die Verköstigung der Besucher sorgt auch diesmal wieder das Team vom Stadtweingut mit Leckereien und eigenen Erzeugnissen.

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